Zwergwidder

Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1,2 – 2 kg
  • Körper: kurz, gedrungen
  • Kopf: kurz, breit und kräftig
  • Fellhaar: kurz, mit dichter Unterwolle
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Besonders charakteristisch für Zwergwidder sind ihre 22 bis 28 cm langen, herabhängenden Ohren. Der markante Widderkopf ist kurz und kräftig mit breiter Stirn und Schnauze. Der Nacken ist kurz und kräftig und hat keinen sichtbaren Hals. Das Normalgewicht der Zwergwidder beträgt 1,5 bis 1,9 kg, das Höchstgewicht 2 kg.

Die Körperform dieser Zwergrasse ist kurz, gedrungen, walzenförmig und breitschultrig. Die Läufe des Zwergwidders sind relativ kurz. Der „Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V.“ (ZDRK) erkennt den Zwergwidder in derzeit 43 verschiedenen Farbenschlägen an (z. B. Schwarz-Weiß, Rot, Rhönfarbig, Lohfarbig Schwarz, Siamesenfarbig Gelb etc.).

Herkunft

Die in der Kaninchenzucht zurzeit am stärksten verbreitete Kaninchenrasse ist der Zwergwidder. Er vereint zwei wesentliche Merkmale: Hängeohren und Zwerggröße. Entstanden ist die Rasse 1952 aus Verpaarungen eines Farbenzwerges mit einem Deutschen Widder (diese Tiere wiegen etwa 5,5 kg und besitzen Hängeohren, die 38 bis 45 cm lang sind). Es folgten 12 Jahre Zuchtarbeit, in der versucht wurde, die Erbanlagen für Zwergwüchsigkeit mit den widdertypischen Merkmalen zu vereinen.

Im Jahr 1964 wurden auf der niederländischen Bundessschau in Den Bosch endlich die ersten „Hangoor Dwerge“ präsentiert. Dennoch waren noch längst nicht alle Zuchtprobleme gelöst. Die damaligen Zwergwidder kamen dem gewünschten Erscheinungsbild nämlich zwar recht nahe, doch die Nachzuchten waren hinsichtlich Größe, Form und Ohren noch sehr unterschiedlich. Erst 1973 war die Zucht reinrassiger und typvoller Tiere so weit, dass der Zwergwidder vom ZDRK als Rasse anerkannt wurde.

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind.

Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert. Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bis 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu und Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa 8 Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt.

Haltung

Zwergwidder können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Zwergwidder sollte mindestens 150 x 60 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2 x 1 x 1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können.

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-/Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.

Farbenzwerg

Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1 –1,5 kg
  • Körper: gedrungen, walzenförmig
  • Kopf: markant, mit breiter Stirn
  • Fellhaar: kurz, dicht, sehr weich, feine und gleichmäßige Begrannung
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Das Normalgewicht des Farbenzwergs liegt bei 1,1 bis 1,35 kg, das Höchstgewicht bei 1,5 kg. Um einer allzu extremen „Verzwergung“ vorzubeugen und den Typ in seiner jetzigen Form zu erhalten, beträgt das Mindestgewicht 1 kg. Die Körperform ist gedrungen und walzenförmig. Dabei ist der Rumpf kurz und die Hinterpartie gut abgerundet. Die Hinterläufe sind kurz und mittelhoch gestellt.

Was diese Zwergkaninchen in ihrer Form stark von anderen Rassen unterscheidet, ist das Verhältnis von Körper, Kopf und Ohren. Ihr Kopf ist in Relation zum kleinen Körper äußerst groß und markant, die Ohren hingegen sind sehr kurz. Kurz und kräftig sind auch Stirn und Schnauze (die Stirnbreite beträgt beim Rammler etwa 5,5 cm). Das Stirnbein ist stark gebogen, das Nasenbein breit. Der Kopf sitzt dicht am Rumpf, sodass weder Hals noch Nacken sichtbar sind. Charakteristisch sind auch die großen Augen, die etwas hervortreten. Die Ohren sind nur etwa 5,5 cm lang und stehen in harmonischem Verhältnis zu Kopf und Rumpf. Sie werden straff aufgerichtet, eng zusammenstehend bis leicht v-förmig getragen. 

Das Fellhaar des Farbenzwergs ist kurz, dicht und fühlt sich aufgrund seiner feinen Struktur etwas weicher an als bei anderen Rassen. Die Begrannung ist fein, gleichmäßig und ohne überstehendes grobes Grannenhaar. Anerkannt ist der Farbenzwerg in 50 Farbschlägen (z.B. weißgrannenfarbig, lohfarbig schwarz, russenfarbig blau-weiß, siamesenfarbig gelb und luxfarbig).

Herkunft

Aufgrund seiner geringen Größe und seines niedlichen Aussehens zählt der Farbenzwerg zu den beliebtesten Kaninchenrassen in der Heimtierhaltung. Ihren Ursprung haben die Zwergkaninchen in den Niederlanden, wo sie seit 1940 als Zwergrasse anerkannt sind. In Deutschland ging die Zucht der kleinen Rassen in den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 zahlenmäßig stark zurück, weshalb die Farbenzwerge erst 1956 auch im deutschen Standard anerkannt wurden. In Deutschland anerkannt und im Standard aufgenommen werden Kaninchenrassen durch den „Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V. (ZDRK)“.

Wichtig für die Entwicklung der Farbenzwerge war das Hermelin-Kaninchen, das auf eine etwas längere Zuchtgeschichte zurückblicken kann. Zu Beginn der Farbenzwergzucht führten deutsche Züchter Tiere aus den Niederlanden ein. Schwerer hatten es Züchter der DDR, die es mit eigenen Neuzüchtungen versuchen mussten. Sie kreuzten Kaninchen der Rasse Hermelin-Rotauge mit Wildkaninchen und erhielten aus diesen Verpaarungen einige wildgraue, blaue, schwarze und chinchillafarbige Zwergkaninchen. Unter der Bezeichnung „Zwergkaninchen schwarz“, „Zwergkaninchen russenfarbig“ etc. wurden die Farbenzwerge am 1. Oktober 1980 im „Standard für Rassekaninchen sozialistischer Länder“ der DDR aufgenommen. 

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind.

Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert. Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bis 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu oder Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. An diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa 8 Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt.

Haltung

Farbenzwerge können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Farbenzwerge sollte mindestens 150x60x50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2x1x1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können.

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-/Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen unbedingt vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die kein Getreide, Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren immer zur Verfügung stehen.

Hermelin

Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1 – 1,5 kg
  • Körper: gedrungen, walzenförmig
  • Kopf: markant, mit großen Augen
  • Fellhaar: kurz, dicht, sehr weich
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Das weiße Hermelin-Kaninchen gehört zu den Zwergrassen und wiegt nur 1 bis 1,5 kg. Der Kopf des Hermelins ist im Verhältnis zum Körper relativ klein. Ein weiteres besonderes Merkmal sind die breite Stirn und Schnauze sowie die großen Augen. Die Ohren sind nur etwa 5,5 cm kurz. Auch die Vorder- und Hinterläufe sind kurz. Obwohl das Hermelin zu den Normalhaarrassen zählt, besitzt es ein etwas kürzeres Fell, das darüber hinaus sehr dicht und weich ist. Deck- und Unterfarbe sind rein weiß. Es gibt zwei Varianten dieser Rasse: das Hermelin Rotauge und das Hermelin Blauauge.

Herkunft

Als reine Liebhaberrasse gezüchtet, war das Hermelinkaninchen die erste und jahrzehntelang einzige Zwergrasse, bevor u.a. Farbenzwerg und Zwergwidder gezüchtet wurden. Hervorgegangen ist das Hermelin aus den sog. „Polnischen Kaninchen“, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von polnischen Züchtern aus dem Sächsischen Erzgebirge bezogen wurden.

Die ersten Polnischen Kaninchen wurden 1884 in Großbritannien vorgestellt. Bis auf das weiße Fell und die rötlichen Albino-Augen entsprachen diese Kaninchen aber noch nicht dem heutigen Typ des Hermelins. Erst in den 1920er-Jahren entstand das zwerggroße Hermelin-Kaninchen mit dem markanten Kopf, den kurzen Ohren und großen Augen.

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind.

Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert. Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bis 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu und Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa acht Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt.

Haltung

Hermelin-Kaninchen können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Hermeline sollte mindestens 150 x 60 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2 x 1 x 1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können. 

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-/Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie ggf. kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.

Löwenkopf

Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1 – 2 kg
  • Körper: gedrungen, walzenförmig
  • Kopf: markant, mit breiter Stirn
  • Fellhaar: kurz
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Charakteristisch für Löwenkopfkaninchen ist ihre „Löwenmähne“, die bis zu 10 cm lang ist und von der Stirn über die Ohren bis zwischen die Schulterblätter verläuft. Auch an den Backen, am Bauch sowie rechts und links des Schwanzes treten die langen Haare auf. Dabei kommt es darauf an, ob das Löwenköpfchen eine einfache Mähne (Mm), welche im laufe des Alters abnimmt, oder eine doppelte Mähne (MM) welche immer vollständig erhalten bleibt hat. Das Löwenkopfkaninchen hat ein Idealgewicht von 1,3 - 1,6 kg. Das Mindestgewicht beträgt 1 kg, das Höchstgewicht liegt unter 2 kg. Trotz ihrer geringen Körpergröße besitzen Löwenkopfkaninchen keinen genetischen Zwergfaktor.

Der Körperbau ist aber an den des Farbenzwergs angelehnt und ist kurz und gedrungen. Die Hinterläufe sind kurz, klein und feingliedrig. Der Kopf des Löwenkopfkaninchens ist kurz, dick und in Relation zum Körper sehr markant. Die Ohren sind idealerweise 5 bis 6 cm lang. Das Fell des Löwenkopfkaninchens ist dicht, weich und mit 18 bis 23 mm relativ kurz. Die Grannenhaare sind fein, elastisch und gleichmäßig. Die Farbe der Augen ist passend zur Fellfarbe.

Herkunft

Das Löwenkopfkaninchen (auch Löwenmähnenkaninchen genannt) gehört zu den beliebtesten Kaninchenrassen in der Heimtierhaltung. Die Zucht dieser noch sehr jungen Rasse begann Ende der 1980er-Jahre auf einer großen Kaninchenzuchtfarm mit langhaarigen Fehkaninchen. Hier wurden Kaninchen selektiert, bei denen das Fellhaar an Kopf und Hals besonders lang, das restliche Fell jedoch kurz war.

Bis heute haben Liebhaber dieser Rasse unzählige Farb- und Zeichnungsvarianten herausgezüchtet. Allerdings gibt es bisher keine verbindlichen Rassemerkmale und Farbenschläge. Aufgrund der fehlenden Reinerbigkeit der Löwenkopfkaninchen sehen die Nachzuchten noch sehr unterschiedlich aus. Einige Tiere sind völlig lang- oder kurzhaarig, während andere einzelne Haarbüschel am hinteren Teil des Körpers besitzen.

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind.

Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert. Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bis 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu und Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa 8 Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt.

Haltung

Löwenkopfkaninchen können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Löwenkopfkaninchen sollte mindestens 150 x 60 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2 x 1 x 1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können.

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie ggf. kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.